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Tee Ausstellung im Heidelberger Völkerkundemuseum

Im Heidelberger Völkerkundemuseum findet noch bis zum 10. Juni 2012 eine Ausstellung zu Tee statt. Sehr empfehlenswert, da hier die Geschichte des Tees mit tollen Exponaten aus vergangenen Zeiten anschaulich beschrieben und gezeigt wird. Auch zum Matcha ist natürlich ein Bereich vorhanden, aber auch die Teegeschichte der Chinesen, Inder und vieles weitere ist zu sehen. Mein persönlicher Favorit ist der nachgestellte japanische Teezeremonienraum, den man durch eine japanisch angehauchte Reispapiertür betrachten, aber nicht betreten kann.

 

Hier der Text zur Ausstellung:

Tee ist aus unserem Alltag gar nicht wegzudenken. Dies verdankt dieses beliebte Heißgetränk seiner rund 5000-jährigen Karriere, dass es vom Luxus- und Heiltrank zu einem Allerweltsgetränk werden ließ. Während die Kaiser Chinas den Tee als „Schaum von flüssiger Jade“ priesen wurde er in Europa zum Getränk der Schöngeister erkoren, eine Zuschreibung, die im Spectator 1711 zu der spöttischen Bemerkung führte, der Tee habe“ weder die Arroganz des Weines noch das Selbstbewusstsein des Kaffees noch die affektierte Unschuld des Kakaos“.

Die Kunst Tee anzubauen und zuzubereiten spiegelt sich in einer ausgefeilten Teekunde und Tee-Kennerschaft. Ob Weiß, Grün oder Schwarz, fermentiert oder pulverisiert, mit oder ohne Zutaten, zu allem gehört eine Philosophie des Genießens und eine Zeremonie der ästhetischen Inszenierung dieses Genusses. Nicht nur Japan kennt die Teezeremonie, wenn es sicherlich auch der ästhetisch perfekteste Ausdruck eines Teerituals ausformuliert hat.

Zu einem ästhetischen Genuss gehört auch das entsprechende Zubehör – von der einfachen Teeschale bis hin zu feinstem Porzellan, vom Teekessel bis zum Samovar, variiert das Tee-Zubehör durch Zeit und Raum. Es gibt einen spannenden Einblick in die Formenvielfalt einer weltweitem Teekultur, die wie so vieles ihren Ursprung der Legende nach in China hat und über die Seidenstraßen zu Land wie auch über den Seehandel ihren Weg in die Welt fand.

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